Philip in Tokyo

Freitag, Juni 23, 2006

andere Länder - andere Sitten

Auch wenn Japan in vielen Bereichen säkularisiert und technologisch mindestens auf Augenhöhe mit Deutschland ist, gibt es immer wieder Dinge, die mich als Westler überraschen bzw. aufgrund unserer christlich-abendländlich geprägten Geschichte einfach den Kopf schütteln lassen:

Zum Beispiel die Geschichte, die Richard an einem der letzten Sonntage erzählte: Ein Firmen PKW wurde von einem Motorrad links (das ist hier die falsche Seite) überholt und unglücklicherweise just in diesem Moment hat der PKW nach links auf einen Abbiegerstreifen gelenkt und den Motorradfahrer dabei "touchiert" (schreibt man das so?)...nunja, auf jeden Fall ist der ziemlich böse gefallen und hat sich dabei schwer verletzt. Von deutschem Verständnis hätte man dem PKW-Fahrer wenig Vorwürfe machen können (bis darauf, dass er vielleicht nicht in den Spiegel geguckt hat), da ansonsten Überholen auf der falschen Seite und überhöhte Geschwindigkeit Schuldgründe genug sein dürften. Die japanische Logik geht anders vor: 80% Schuld ging an den PKW-Fahrer: Nicht so sehr wegen der Tat an sich, sondern viel mehr, weil hinter diesem ein großer globaler Konzern stand und der Motorradfahrer (20, arbeitslos) aufgrund seines sozialen Stadnes und wegen der erlittenen Verletzungen eindeutig schlechter da steht.

Ein weiteres Beispiel: Ich verstehe nicht, warum Angehörige mit wohl recht hohen Strafen belangt werden, wenn sich Leute für die Selbsttöung vor einen Zug werfen. Sicherlich, der Bahn entsteht ein nicht unerheblicher Schaden wegen mssiven Einschnitten in dem Zugverkehr, aber dieses kollektive Denken ist für Europäaer nicht nachvollziehbar.